Training
Blindschach
Heute wurde beim Training zunächst das Gewinnen mit einem Turm gegen einen Bauern geübt. Aber auch aus der Sicht der Bauernpartei wurde geübt, wie man ein Unentschieden erreichen kann. Zum Beispiel mit dem Bodycheck oder dem Erreichen der Grundreihe mit dem Bauern.
Danach wurde Blindschach geübt. Unter Blindschach versteht man übrigens die Form des Schachs, in der mindestens ein Spieler aus dem Gedächtnis spielt. Man darf Blindschach nicht mit Blindenschach oder Schachblindheit verwechseln. Für Blindenschach gibt es in Deutschland einen eigenen Schachbund, den Blinden- und Sehbehinderten Schachbund. Schachblindheit bezeichnet im Schach das Übersehen einer offensichtlichen, unmittelbaren Drohung des Gegners.
Hier spielt Daniel gegen den ehrgeizigen Adrian. Sie spielen statt mit Figuren, mit umgedrehten Papierschnipseln. Auf der Rückseite sind die Figuren abgebildet, aber umgedreht werden, darf nur, wenn ein unmöglicher Zug reklamiert wird.
Auch Kai und Julian spielen mit Papierschnipseln, allerdings mit anderen Farben. Alle Spieler hatten 15 Minuten Bedenkzeit für die Partie.
Oliver gegen Noah. Oliver hatte offensichtlich seine Schwierigkeiten mit der Notation. Welche Figur hat denn da überhaupt gezogen?
Noah hatte gut Schmunzeln, hat er doch die klar bessere Stellung, oder? Am Wochenende war übrigens die letzte Runde in der Jugendbundesliga für diese Saison, zwar ist die Mannschft abgestiegen, doch Noah kam zu einem tollen Sieg (gegen einen 1800er), der ihm vielleicht die nächste Partie des Monats einbringt.
Julian hatte viel Grund zur Freude, schließlich konnte er sich ganz genau erinnern wo welche Gegnerische Figur stand, als er matt gesetzt wurde :-)
Daniel gewann seine Partie letztlich auf Zeit und Stellung, denn Adrian ließ seine blauen Zettelchen einfach zu oft herumliegen.
Alles in allem hat es viel Spaß gemacht und wird bestimmt beim einen oder anderen Abend noch Mal wiederholt werden. Als nächstes wird die Schwierigkeit noch erhöht, indem die Spieler mit Gleichfarbigen Papier spielen.
+++ Remis bieten +++
Den Vorgang, dass man sich einfach mit seinem Gegner auf ein Unentschieden einigt, kennt wohl kaum eine andere Sportart. Aber auch dabei müssen wir einige Regeln beachten:
1. Das Remisgebot ist nicht der letzte Ausweg vor dem Aufgeben! Wir bieten nur dann Remis, wenn wir glauben, dass die Partie unentschieden enden wird oder wenn es für unsere Mannschaft wichtig ist.
2. Remis darf nur bieten, wer am Zuge ist. Andererseits kann der Gegner verlangen, dass man einen Zug macht. Er kann seine Entscheidung so lange hinauszögern. Deshalb bietet man am besten das Remis unmittelbar bei der Zugausführung.
3. Es wird nur kurz gesagt: "Ich biete Remis". Jede weitere Erklärung unterbleibt.
4. Wenn die Partie mitgeschrieben wird, muss auch das Remisgebot notiert werden.
5. Das Remisgebot ist verbindlich, bis der Gegner gezogen hat – nicht länger und nicht kürzer.
6. Man kann ein Remis mit Worten ablehnen oder einfach dadurch, dass man weiterspielt. Üblicherweise sagt man "Ich möchte noch etwas spielen." Jede weitere Bemerkung entfällt.
7. Wurde ein Remis abgelehnt, darf der gleiche Spieler nicht sofort wieder Remis bieten. Die Regeln verbieten dies ausdrücklich als eine Form der Belästigung. Faustregel: Man darf erst wieder nachfragen, wenn sich der Charakter der Partie grundsätzlich gewandelt hat (z. B. Materialverlust oder -gewinn) oder wenn sich im Mannschaftskampf eine wesentliche Veränderung ergeben hat.
8. Im Mannschaftskampf darf man bei einem gegnerischen Gebot oder wenn man selbst Remis bieten will, den Betreuer oder Mannschaftskapitän fragen. Er darf nur sagen, ob ein Remis für die Mannschaft günstig wäre, oder ob der Spieler unbedingt weiterspielen soll. Jede Bemerkung über die Partie (selbst ein "Du stehst doch besser.") ist verboten.
Die Entscheidung trifft aber immer der Spieler selbst.
